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Technisches Dossier · Entrauchung

Die Technische Anweisung 263 (IT 263) verstehen

Innenhöfe, überdachte Straßen, Atrien: Diese freien Räume, umgeben von Ebenen unterschiedlicher Nutzung, weisen ein Risiko der schnellen Ausbreitung von Feuer und Rauch auf. Die IT 263 legt die Bauregeln und die Entrauchungsprinzipien für diese Volumen fest.

Lesezeit 10 Min. Niveau Regulatorisch Publikumsverkehr · Atrien
Atrium — Entrauchung gemäß IT 263
Atrium — Entrauchung geregelt durch die IT 263
01 — Verstehen

Die Technische Anweisung 263 verstehen

Bestimmte architektonische Projekte sehen die Schaffung eines freien Raums vor — Innenhof oder Innenstraße — umgeben von Ebenen unterschiedlicher Nutzung (Geschäfte, Büros, Hotelzimmer…), überdacht oder nicht.

Jedoch, wenn ein Brand in diesem Raum oder in der Nähe ausbricht, kann dies eine schnelle Ausbreitung von Feuer, Rauch und heißen Gasen verursachen. Diese technische Anweisung zielt darauf ab, die Bauregeln und die Entrauchungsprinzipien für diese Räume festzulegen. Sie gilt für die Einrichtungen der ersten Gruppe sowie für die Einrichtungen der zweiten Gruppe, in denen der Einschluss der Treppen erforderlich ist.

Die Technische Anweisung 263 herunterladen (PDF)

Entrauchungstechnik und IT 263

Diese Anweisung schlägt Lösungen vor, um der Anforderung des Rauchschutzes für bestimmte Konfigurationen zu entsprechen. Jedoch erfordern die Bauten, die diesen Konfigurationen nicht entsprechen, eine besondere Studie durch die Zentrale Sicherheitskommission, nach Stellungnahme der Beratenden Departementalen Kommission für Sicherheit und Zugänglichkeit.

Zum Beispiel erfordern die hallenbildenden Schächte und die Innenstraßen ebenfalls eine angemessene Entrauchung je nach ihrer Konfiguration; diese Entrauchungen werden nach Stellungnahme der zuständigen Sicherheitskommission realisiert, unter denselben Bedingungen wie für die Volumen, denen sie gleichgesetzt werden. Ein Erlass vom 22. März 2004 präzisiert, dass die hallenbildenden Schächte gemäß der Technischen Anweisung Nr. 246 entraucht werden müssen.

02 — Typologie

Wie die IT 263 anwenden: die Atrientypen

Der Begriff „Atrium" bezeichnet im gesamten Text das freie Innenvolumen (Atrien, Patios, Lichthöfe…). Man unterscheidet drei Arten von Atrium:

Atrium im Freien

  • Freies Volumen, auf allen seitlichen Flächen geschlossen, dessen kleinste Abmessung ≤ der Höhe der höchsten Fassade ist, und ohne jede Verschließung im oberen Teil.

Überdachtes offenes Atrium

  • Dasselbe Volumen mit einer vollständigen oder teilweisen Überdachung; zeichnet sich durch permanent zum zentralen Volumen offene Ebenen aus.

Überdachtes geschlossenes Atrium

  • Alle seine Ebenen sind durch eine Wand geschlossen.
Atrium im Freien
Überdachtes offenes Atrium
Atrium im Freien (links) und überdachtes offenes Atrium (rechts)
Überdachtes geschlossenes Atrium
Überdachtes geschlossenes Atrium
03 — Geometrie

Kleinste Abmessung und Berechnungsgrundlage

Die kleinste Abmessung eines Atriums

Sie ist definiert als der Durchmesser des geraden Zylinders, der sich einbeschreibt, über die gesamte Höhe des Atriums, in den freien Raum zwischen:

Je nach Konfiguration

  • Den Balkonvorderkanten für die offenen Atrien;
  • Den vertikalen Wänden für die geschlossenen Atrien;
  • Den Balkonvorderkanten und vertikalen Wänden für die auf einer Fläche offenen und auf der anderen geschlossenen Atrien.
Berechnung der kleinsten Abmessung IT263
Berechnung der kleinsten Abmessung IT263
IT 263 — Berechnung der kleinsten Abmessung
Berechnung der kleinsten Abmessung IT263
Berechnung der kleinsten Abmessung IT263
IT 263 — Berechnung der kleinsten Abmessung (regulatorische Fälle)

Die Berechnungsgrundlage für die Entrauchung

Der Basisquerschnitt des Atriums ist der größte der horizontalen Querschnitte zwischen den das Atrium begrenzenden Bauelementen (Balkonvorderkanten und/oder vertikale Wände). Auf jeder Ebene muss der Querschnitt des Leerraums zwischen den Bauelementen mindestens gleich der Hälfte dieses Basisquerschnitts sein. Das Basisvolumen des Atriums ist das Produkt dieses Basisquerschnitts mit der Gesamthöhe des Atriums, gemessen an der Decke der letzten Ebene.

Berechnungsgrundlage der Entrauchung — IT 263
Berechnungsgrundlage der Entrauchung — IT 263
Wussten Sie schon?

Außerhalb der Standardkonfigurationen ist eine Sonderstudie erforderlich

Konstruktionen, die keiner Konfiguration der IT 263 entsprechen, werden von der Zentralen Sicherheitskommission geprüft. Der Nachweis stützt sich dann auf das Ingenieurwesen der Brandsicherheit und die Entrauchungssimulation.

04 — Berechnungsregeln

Berechnungsregeln für die Atrien

Definition

Gemäß den Konventionen ist ein Atrium — überdacht oder im Freien — ein Raum, dessen kleinste Abmessung mindestens gleich √7H ist (H ist die Höhe zwischen dem unteren Boden der höchsten Ebene und dem unteren Niveau des Atriums), ohne unter 7 Metern zu liegen.

Entrauchung der überdachten Atrien

Regeln

  • Die freie Fläche der Rauchabführungen kann durch Rauchabzüge oder Öffnungen auf verschiedenen Fassaden realisiert werden; im Betrieb darf die Verschließvorrichtung dem Abströmen der Rauchgase nicht im Wege stehen.
  • Bei natürlicher Entrauchung müssen die Luftzuführungen eine freie Fläche haben, die der der Abführungen entspricht.
  • Bei mechanischer Entrauchung mit natürlichen Luftzuführungen: für den größten abgesaugten Volumenstrom, die mittlere Luftdurchtrittsgeschwindigkeit ≤ 2 m/s.
  • Mechanische Luftzuführungen: Volumenstrom gleich dem größten abgesaugten Volumenstrom, Zuluftgeschwindigkeit ≤ 5 m/s.

Atrium mit reduziertem Heizwertpotenzial

Regeln

  • Natürlich: Öffnungen im oberen Teil mit einer freien Fläche gleich 1/100 der Basisfläche, mit einem Minimum von 2 m².
  • Mechanisch: Volumenstrom von 1 m³/s pro 100 m² Basisquerschnitt, mit einem Minimum von 3 m³/s.

Andere Atrien

Regeln

  • Die in der oberen Hälfte des Volumens gelegenen Etagen sind durch feste Bauelemente isoliert.
  • Natürlich: freie Fläche der Abführungen gleich 1/15 des Basisquerschnitts.
  • Mechanisch: minimaler stündlicher Absaugvolumenstrom gleich 12 mal dem Basisvolumen des Atriums.
05 — Angrenzende Volumen

Angrenzende Volumen und kleine Atrien

Entrauchung der angrenzenden Volumen

Die Innenräume sowie die Außenkorridore müssen mit einem Entrauchungssystem ausgestattet sein. Diese Zonen müssen vom Atrium durch feste Rauchschürzen M0 und SF ¼ h getrennt sein. Der Abstand zwischen der Decke und der Schürze muss mindestens 0,50 m betragen; für Zonen mit einer freien Rauchhöhe über 2 Metern muss die Schürze 0,50 m unter den niedrigsten Punkt der Absaugöffnung herabreichen.

Dimensionierung der Rauchschürzen IT263
Dimensionierung der Rauchschürzen IT263
Dimensionierung der Rauchschürzen — IT 263

Sonderfall der kleinen Atrien

Die kleinen Atrien befinden sich in Gebäuden, deren höchster Boden 8 Meter nicht überschreitet gegenüber dem unteren Niveau des Atriums (EG+2 oder EG+1 mit Untergeschoss). Sie besitzen eine Basis mit einer Fläche von mindestens 5 × 5 Metern.

Entrauchung der kleinen Atrien

  • Natürlich: Öffnungen in der Höhe mit einer freien Fläche von 1/100 des Basisquerschnitts, mindestens 2 m².
  • Mechanisch: abgesaugter Volumenstrom von mindestens 1 m³/s pro 100 m² Basisquerschnitt, mindestens 3 m³/s.
  • Lufteintritte am Boden, natürlich oder mechanisch: bei natürlich, freie Fläche entsprechend den Abführungen; Geschwindigkeit ≤ 2 m/s (natürlich) oder ≤ 5 m/s (mechanisch).
  • Wenn die Korridore und Räume in der Peripherie entraucht werden müssen, sind sie vom Atrium durch Rauchschürzen getrennt und gemäß der IT Nr. 246 entraucht; die Absaugung muss mechanisch sein, wenn das Gebäude Schlafräume enthält.
06 — Simulation

Thermo-Aeraulik des Brandes im Atrium

Das nachstehende Video zeigt einen Brandausbruch in einem Atrium, mit einer freien Rauchabzugsfläche gleich 1/15 der Fläche sowie festen Wänden, die die Ebenen der oberen Hälfte des Volumens isolieren.

Das für diese Anweisungen verwendete Feuer stammt aus dem Leitfaden bewährter Praktiken für die Studien der Entrauchungstechnik. Es handelt sich um ein Feuer mit einer Maximalleistung von 1 MW, mit einem linearen Wachstum von 5 Minuten, einer Rußproduktionsrate von 5 % und einer Verbrennungsenthalpie von 25 MJ/kg.

Entrauchungstechnik für ein Atrium
Ein Atrium gemäß IT 263 zu entrauchen?

Berechnung der Grundlage, Wahl natürlich/mechanisch, Rauchschürzen, Nachweis per FDS-Simulation: Sprechen wir darüber.

Mit einem Ingenieur sprechen
FAQ

Die IT 263 in der Praxis: Ihre Fragen

Definition des Atriums, Berechnungsgrundlage, mechanische Absaugung, angrenzende Volumen und Konfigurationen außerhalb des Rahmens: die Antworten auf die häufigsten Fragen zur technischen Instruktion 263.

Was ist ein Atrium im Sinne der IT 263?

Der Begriff bezeichnet das freie Innenvolumen (Atrium, Patio, Lichtschacht), dessen kleinste Abmessung mindestens √7H beträgt und nie unter 7 Metern liegt. Die Instruktion unterscheidet drei Typen: Atrium unter freiem Himmel, offenes überdachtes Atrium und geschlossenes überdachtes Atrium.

Was ist die Berechnungsgrundlage für die Entrauchung eines Atriums?

Der Basisquerschnitt ist der größte der horizontalen Querschnitte zwischen den das Atrium begrenzenden Bauteilen; auf jeder Ebene muss der freie Querschnitt mindestens die Hälfte dieses Basisquerschnitts betragen. Das Basisvolumen ist das Produkt aus Basisquerschnitt und Gesamthöhe des Atriums.

Wann ist die mechanische Absaugung verpflichtend?

Sobald das Gebäude Schlafräume enthält, muss die Entrauchung der umliegenden Volumen mechanisch erfolgen. Für die „übrigen Atrien“ wird die mechanische Absaugung mit einem stündlichen Mindestvolumenstrom vom 12-Fachen des Basisvolumens dimensioniert.

Wie werden die an das Atrium angrenzenden Volumen behandelt?

Sie werden vom Atrium durch feste Rauchschürzen M0 und SF ¼ h getrennt (mindestens 0,50 m unter die Decke reichend) und nach den Regeln der technischen Instruktion 246 entraucht.

Was tun, wenn das Projekt keiner Konfiguration der IT 263 entspricht?

Konstruktionen außerhalb der Standardkonfigurationen werden von der Zentralen Sicherheitskommission geprüft, nach Stellungnahme der Departementskommission. In der Praxis stützt sich der Nachweis auf eine Entrauchungssimulation (FDS/CFD).

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